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Geschichte

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Für Siegendorf lässt sich sagen, dass die erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1254 erfolgt, und das nicht unter dem heutigen Namen, sondern als PERESNJE (s=sch). Die Deutung beider Namen bereitet schon seit langem große Schwierigkeiten. Von heutiger Sicht aus ist der sprachliche Zusammenhang zwischen der deutschen Bezeichnung "Siegendorf", und der ungarischen "Cinfalva" und der kroatischen "Cindrof" recht augenfällig. 

Geschichtlich gesehen beweisen ansehnliche Funde aus diesem Siedlungsgebiet, z.B. aus der Jungsteinzeit (5000-2000 v.Chr.), aus der Bronzezeit (2000-1200 v.Chr.) und aus der Römerzeit (0-400), die frühen Ansiedlungsbestrebungen. Als Beispiel seien hier die spätbronzezeitlichen Hügelgräber (ca.1200 v.Chr.) im Schuschenwald genannt.

Im Mittelalter, Blütezeit der Feudalherrschaft, gehörte Siegendorf, bis 1456 noch stets "Peresnje" genannt, dem Condottiere Ulrich von Grafeneck, und 1482 wird der Besitz der Herrschaft Landsee angeschlossen.

1529-1532 entvölkerte der Türkensturm unsere Gegend. In der Folge bemühten sich die Grundherren, die leeren Höfe wieder zu besiedeln. Da dies aus dem traditionellen Zuwanderungsgebiet im Westen nicht möglich war, holten sie Kroaten ins Land. Die Leute kamen aus dem westkroatischen-dalmatinischen Bereich und sprachen bzw. sprechen "cakavische" Mundart.

Ab 1548 war der Stadthauptmann von Sopron, Hans von Weißpriach, Herr über Siegendorf, und 1550 verkaufte er den Ort seinem Verwandten Erasmus Teufel, einem Rittmeister aus Sopron.

1612 kommt Siegendorf mit der Herrschaft Landsee in den Besitz der Familie Esterhazy, und bis ins Jahr 1860 ändert sich nichts an diesem Besitzverhältnis.

Das Jahr 1620 gilt als das Baujahr der Siegendorfer Kirche. Aber erst 1659 ist eine neue Kirche vorhanden. Die Säulen im Bereich der Sakristei tragen die Jahreszahl 1666.

Im Jahre 1683 wird Siegendorf von den anstürmenden Türken stark verwüstet. Während sich Wien heldenhaft wehrte, verheerten türkische Heerscharen die Landschaft um den Neusiedler See.

An das Jahr 1732 erinnert uns die "Rochuskapelle". Als in diesem Jahr die Cholera wütet, geloben die Siegendorfer, in gemeinsamer Arbeit eine Kapelle zu errichten.

Im Jahr 1745 wurde inmitten des Ortes die sogenannte "Johanneskapelle" erbaut, die folgende Inschrift ziert: "TISE KOBELN HAT ERBAVT EIN GANZE GEMEINE". Bemerkenswert daran ist, dass trotz überwiegend kroatischer Bewohner die Inschrift in Deutsch verfasst wurde.

Während der Franzosenkriege kam es wiederholt, besonders 1809, zu Einquartierungen und Requirierungen.

Im Jahre 1835 vernichtete ein verheerender Brand, der in Siegendorf wütete, 146 Häuser, die Kirche, das Pfarramt und die Johanneskapelle. In den darauffolgenden Jahren wurde die Kirche, die früher mit Holzschindeln gedeckt war, restauriert und mit Ziegeln eingedeckt.

In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gaben dann zwei Persönlichkeiten Siegendorf das besondere Gepräge:
Anton Herits und Conrad Patzenhofer.

Anton Herits, in Zalaegerszeg geboren, kam 1857 als Seelsorger nach Siegendorf. Als vielseitiger Mensch befasste er sich mit Journalistik und Politik, war Päpstlicher Kämmerer, Reichstagsabgeordneter und Ritter des Franz-Joseph-Ordens. In seiner Amtszeit wurde in den Jahren 1860/1862 der neue Pfarrhof erbaut. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Kirchhof, wo auch heute noch ein Grabstein, mit ungarischen Schriftzeichen versehen, von seinem bewegten Leben kündet.

Conrad Patzenhofer ist der Begründer der Siegendorfer Zuckerfabrik. Patzenhofer entstammte einem alten bayrischen Bauerngeschlecht und wurde 1821 in Moosach geboren. Auf alten Dokumenten wird er als technischer Leiter beim Bau der Hirmer Zuckerfabrik ausgewiesen. Wahrscheinlich gab dann in der Folgezeit der damalige Pächter der Esterhazyschen Güter in Siegendorf, Ruehitl, durch die Zusicherung, auf seinen Äckern Rüben anzubauen, Conrad Patzenhofer den entscheidenden Anstoß, in Siegendorf mit dem Bau seiner Zuckerfabrik zu beginnen. Im Jahre 1853 wurde dann die erste Kampagne abgehalten. Höchstwahrscheinlich wurde damals auch der See auf den "Sulzbreiten" trockengelegt, um eine größere Anbaufläche für Rüben zu schaffen. Diese Arbeit, bei der über 15 km Wassergräben entstanden sind, wurde 1895 vollendet. Der See lebt heute nur noch als Legende.

Zu Beginn des 20. Jhdts. war Siegendorf, nicht zuletzt wegen der Zuckerfabrik, ein aufstrebender Ort. Aber durch den Ersten und dann speziell durch den Zweiten Weltkrieg - Siegendorf hatte 78 bzw. 112 Gefallene und über 40 Vermisste zu beklagen - wurde die gesamte Ortstruktur zerstört. Daran lässt sich ermessen, welche Aufbauarbeit in Siegendorf seit dem letzten, weltgeschichtlichen Ereignis geleistet wurde bzw. welchen Eifer und Elan die Siegendorferinnen und Siegendorfer in den vergangenen Jahren aufgebracht haben, um den Ort in seiner heutigen Schönheit und Qualität entstehen zu lassen.

In diesem Zusammenhang sind nicht nur die infrastrukturellen Maßnahmen wie Rathaus, Kindergarten, Schulen, Freibad, Kanalisation und Straßenbau, die von der Gemeinde vorangetrieben worden sind und heute den Ort auszeichnen, zu nennen, sondern dazu zählt auch die rege Bautätigkeit aller Ortsbewohner, die mit viel Fleiß dieses Werk vollbracht haben. Und wenn man heute mit offenen Augen durch den Ort geht, bleibt das niemandem verborgen, im Gegenteil, auf das Geschaffene sind alle Siegendorferinnen und Siegendorfer mit Recht stolz.

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